Thomas Morus

„Patron der KjG“ Was haben sich unsere Gründungsväter und -mütter dabei

gedacht, als sie ihn auswählten? Ich glaube, es war damals der Titel


„Märtyrer des Gewissens“, der zu dieser Wahl geführt hat. „Nie hätte ich
daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen wäre.“
Dieser Satz sitzt! Er spricht von Selbstbewusstsein und Freiheit,
Selbstbestimmung und eigener Meinung. Das ist etwas, was man nicht nur
als Jugendlicher, sondern auch als Erwachsener gern hat und schätzt.
Aber für Thomas Morus spricht dieser Satz noch von etwas anderem: Er
sieht sich nicht als „lonesome Cowboy“, der allein für sich und sein
Gewissen reitet. Er weiß sich eingebunden in die Gemeinschaft der
Glaubenden, die Kirche. Am Ende stirbt er sogar für diesen Glauben. Bei
ihm zeigt sich Gewissen in Perfektion. Nicht als Entschuldigungsgrund,
sondern als Verpflichtung das Richtige, das man erkannt hat auch zu tun.
Und da wird es ja brenzlig, denn es ist eine Frage an mich: Lebe ich aus
meinem Gewissen und tue, so gut ich kann, was ich für richtig erkannt
habe, oder lebe ich nur so vor mich hin? Bin ich entschieden und bewusst,
oder treibe ich nur so dahin im Strom der Meinungen und Möglichkeiten?
Allein für mich kann ich das nicht entscheiden, denn – Hand aufs Herz –
ich suche doch lieber den leichten Weg, ohne Widerstände und Ärger, den
bequemen, der keine Mühe kostet. Nur, wenn ich einen Begleiter habe, der
mich nervt und der mich korrigiert, kann ich den geraden Weg gehen.
Deswegen hat Thomas Morus studiert, um die Gedanken der Philosophen und
Theologen kennen zu lernen, um mit ihrer Hilfe seinen eigenen Weg zu
bewerten. Hat, Freunde um sich geschart, um im Gespräch zu Überprüfen,
was er denkt. Hat jeden Tag, wenn es ihm möglich war, die Messe
mitgefeiert, um im Gebet, dem Gespräch mit Gott sein Gewissen zu prüfen.
Mühsam, aber fruchtbar. Er hat einen Standpunkt in seinem Leben gefunden
und die Kraft erhalten, bis zum Ende für ihn einzustehen. Eine Aufgabe,
die sich auch für uns stellt. Mit dem Kinderglauben der Erstkommunion
kommt man da nicht weit und auch das, was man so bei der Firmung
mitbekommen hat, ist nicht bis zum Ende aller Tage ausreichend! Die
Herausforderung ist es, ständig an seinem Glauben zu arbeiten. Allein
für mich, mit einem Begleiter und in der Gruppe. Übersetzt: Im Gebet, in
der geistliche Begleitung (auch Beichte genannt) und in der regelmäßigen
Mitfeier an Gottesdiensten. Hart aber wahr.

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